Stille

Mit dem Sony Walkman fing es an. Menschen gingen durch die Straßen oder saßen im Bus und hörten Musik. Heute ist das ganz normal. Nahezu immer und überall begegnen einem Menschen, die ihr Smartphone als Jukebox für unterwegs nutzen. Gefühlt jeder fünfte kommt einem mit Knopf im Ohr entgegen. Ein Alltagsanblick. Mitte der 90er fiel man noch auf. Die Kopfhörer saßen außen auf dem Ohr und waren eigentlich nichts Anderes, als kleine Lautsprecher mit quietsch-orangem Schaumstoff drumrum. Wollte man seine Musik etwas lauter hören, beschallte man fast den halben Bus mit – jeder hörte mit. Oder besser: musste mithören. Dann, weiterlesen

Wer misst, misst Mist

 Das Problem, dass man z.B. einen 16.000er DSL Anschluss bezahlt, aber nur mit einem Bruchteil der vermeintlichen Geschwindigkeit im Internet surfen kann, ist allgemein bekannt. Die Provider verkaufen einem einen 16.000er Tarif und keine 16.000er Geschwindigkeit. Deshalb steht im Kleingedruckten und mit siebzehn Sternchen der Hinweis, dass die Geschwindigkeit „bis zu 16.000 kbit/s“ betragen wird – und eben nicht 16.000 ist. Ich habe früher einmal in einem Kundenprojekt die ganzen Tarifmöglichkeiten eines Internetanschlusses in ein Abrechnungssystem programmieren müssen, die sich der Vertrieb so ausdachte. Da war total absurd. Das Surfen wurde in Kilobyte abgerechnet, war in der Nacht billiger, als weiterlesen

Wir warten und warten und warten

Wer schon länger mit Computern und PCs zu tun hat, der kennt es: das Warten. Warten, dass der Computer endlich hochgefahren ist. Erst das Bios, dann warten bis das Windows-Logo erscheint. Etwas später dann warten auf den Desktop und bis sich die Sanduhr nicht mehr dreht und der Mauszeiger erscheint. Und dann noch einmal warten, bis alle Autostart-Programme geladen sind. Nur ja nicht vorher schon irgendetwas anklicken, das bremst nur! Und dann wartet man noch länger, als es eh schon dauert. Ganz früher, als das Internet noch gar kein Internet wie heute war, wartete man auch. Man wartete … und weiterlesen

Hackfresse als Passwort

Die neue Version des iPhone hat eine Gesichtserkennung. Einfach das Gesicht vor das Display halten und schwupps ist das Gerät entsperrt. Angeblich schafft es das neue iPhone auch, eine Person selbst dann zu erkennen, wenn sie eine Sonnenbrille trägt, einen Hut aufhat oder sich einen Bart wachsen lässt. Darauf ist Apple sogar richtig stolz. Aber eigentlich ist der Bart oder die Brille des Besitzers nicht das Problem. Wer eine Sonnenbrille aufhat und nicht mehr per Gesichtserkennung ins System kommt, der ärgert sich höchstens. Problematisch wird es dann, wenn jemand – egal ob mit oder ohne Bart – das Handy entsperren weiterlesen

Nachgebucht

Schon vor einiger Zeit habe ich davon berichtet, dass in meinem damaligen Auto eine Standheizung eingebaut war, von der ich gar nichts wusste. Sie war auch nicht benutzbar, weil Volvo das Menü im Bordcomputer ausgeblendet hat. Um die Funktion freizuschalten wollte der skandinavische Autobauer einen ganzen Batzen Geld haben. In etwa so viel, wie es kostet, eine Standheizung tatsächlich einzubauen – also das ganze Gerät, das ja eigentlich eh schon da war. Ich empfinde das heute noch als absolute Frechheit und Geldschneiderei. Tatsächlich trifft man immer häufiger auf ähnliche Tricks. So auch bei einem ferngesteuerten Spielzeugauto, das man per Handy-App weiterlesen

Western von Gestern und Hacker von Heute

Der amerikanische Schauspieler Alfred St. John war ein Kinostar. Und nicht nur das, die Damen bekamen reihenweise weiche Knie, wenn sie ihn sahen. St. John entsprach so ziemlich allen Idealen, die man an einen Mann stellen kann. Schlank, groß und mit einem fein gezeichneten, jugendlich anmutenden Gesicht. Al, wie er genannt wurde, war der George Clooney der 1920er Jahre. Vielleicht lag das auch an seiner zurückhaltenden Art. In den meisten Filmen spielte er nämlich häßliche, bucklige oder dümmliche Figuren. Seine Paraderolle ist Fuzzy, ein ungewaschener, tollpatschiger und zahnloser Cowboy mit langem, ungepflegtem Bart. Fuzzy dürfte einigen noch aus den schwarz-weiß weiterlesen

Digitale Wackelautos

Die Kaufingerstraße in München, die sich vom Rathaus bis hin zum Stachus zieht, ist seit jeher ein Anziehungspunkt mit dutzenden Geschäften. Es ist die Fußgängerzone der Stadt. Neben den Kräuterfrauen stehen hier peruanisch aussehende Panflötenspieler aus Detmold und Herne und spielen südamerikanische Hits, während Taschendiebe auf einen Glücksgriff hoffen. Vor vierzig Jahren gab es etwa in der Mitte der Kaufingerstraße einen Woolworth-Laden, der damals den Ruf von Grabbelware und Wühltisch hatte. Ich mochte dieses Geschäft, denn am Eingang gab es drei Dinge, die ich geradezu liebte. Da war zum einen dieses Warmluftgebläse oberhalb der Türen, damit besonders im Winter der weiterlesen

Eine ganz große Nullnummer

Letztens erst habe ich über die drei Milliarden Dollar Zahlung von Google an Apple berichtet. Dabei kamen auch andere riesige Zahlen vor, wie die zwei Billionen Suchanfragen, die Google jedes Jahr beantwortet. Überhaupt, die Amis scheinen mit großen Zahlen eh viel besser umgehen zu können als wir. Apple hat einen Wert von 800 Milliarden Dollar. Facebook hat über zwei Milliarden aktive Nutzer, was wiederum mehr sind, als China Einwohner hat – obwohl China die meisten Menschen der Welt beherbergt (also nach Facebook jetzt). Amis und Nullen. Selbst deren Präsident …. hat viele Nullen auf dem Konto. Und Merkel? Rund 310.000€ weiterlesen

Zahlenspiele mit 600613

 In diesem Artikel geht es um Zahlen. Zahlen, die ich nicht belegen kann. Nur, dass Sie das schon mal wissen. Jede Zahl, die ich nenne, habe ich gegoogelt. Das ist deshalb problematisch, weil es in diesem Artikel um Google geht. Nicht nur um Google zwar … es geht auch um Apple, aber das macht es jetzt nicht besser, weil beide Firmen sehr sparsam mit Informationen über sich selbst sind. Laut dem Wirtschaftsinformationsdienst Berstein überweist der Suchmaschinenriese dieses Jahr etwa drei Milliarden Dollar an Apple. Google zeigt sich mit dieser Summe dafür erkenntlich, dass es die Standard-Suchmaschine auf iPhone und iPad weiterlesen

Virenschutz vom Baumarkt

// Aus Versehen zu früh veröffentlicht, da noch im „Urlaubsmodus“ – dies ist der Text, der für den 14.08. geplant war // Erpresserviren – auch Ransomware genannt – waren in den letzten Monaten so erfolgreich, dass sich nun auch andere kriminelle Geschäftszweige etwas davon abgucken. Das Prinzip ist einfach. Man entzieht einem Menschen sein Eigentum und verlangt Lösegeld, bevor man es zurückgibt. Auf dem Computer sind das Daten. Bilder und Dokumente, die verschlüsselt werden und die so vom rechtmäßigen Nutzer eben nicht mehr genutzt werden können. Das Lösegeld fließt – wie sollte es anders sein – per Bitcoin an den weiterlesen