Volle Konzentration

Wenn in England Schülerinnen und Schüler auf den Schulbus warten, dann könnte man meinen, dass ein Sportverein zu einem Auswärtsspiel fährt. Alle Kinder und Jugendlichen sind einheitlich gekleidet. Gut, es handelt sich nicht um Trikots und die einen tragen Rock, andere Hosen. Aber die blaue Farbe, der Schnitt und das Muster sind gleich. In England trägt man auch heute noch Schuluniformen, die so aussehen, als ob sich die Designer am Bühnenoutfit des AC/DC Gitarristen Angus Young orientiert hätten. Es gibt natürlich Diskussionen über die Sinnhaftigkeit von identischer Kleidung und aufgezwungener Uniformen, wie sie in UK getragen werden. Der Einheitslook soll weiterlesen

Die Hölle im Paradies

In meinem letzten Urlaub verbrachte ich ein paar Tage in einem kleinen gemieteten Häuschen mitten im Grünen. Es war warm, kuschelig und wunderbar eingerichtet. Das kleine Traumhaus lag am Grund einer sich den Hügeln entlangschlängelnden Schlucht und direkt neben der kleinen Terrasse plätscherte ein Bach mit eiskaltem, aber glasklarem, frischem Wasser. Auf den schmalen Wiesen entlang des Ufers grasten immer mal wieder Schafe oder Rinder. Die perfekte Gegend zum Spazierengehen und Abschalten vom Alltag auf Konferenzen und Messen. Kurzum: Idylle pur. Eigentlich. Wenn da nicht das Problem gewesen wäre, dass es in dieser Schlucht keinen Handyempfang gab. Nichts. Null. Nada. weiterlesen

Bitte warten

»Wir haben heute leider ein erhöhtes Anruferaufkommen. Ihre voraussichtliche Wartezeit beträgt 15 Minuten.« Na? Schon mal gehört? Ja? Soll ich Ihnen etwas sagen? Das »erhöhte Anruferaufkommen« ist nicht erhöht. Das ist immer so. Weil egal, wann ich bei „dieser“ Hotline anrufe, der Spruch kommt immer. Immer! »Wir haben heute leider ein erhöhtes Anruferaufkommen.« Von wegen. Ihr habt zu wenig Leute! Oder zu viele Probleme, weswegen Kunden anrufen müssen. Aber so sehr ich mich auch ärgere, ich kann das ja auch ein wenig verstehen. CallCenter sind teuer im Unterhalt. Du brauchst sehr viele Menschen, die unter Umständen sogar im Schichtdienst die weiterlesen

Die Ameise im Handy

Etwas, das mich in der Natur schon immer faszinierte, ist »Schwarm-Intelligenz«. Also wenn eine große Zahl Tiere »gemeinsam« kluge Entscheidungen trifft. Wo ein Vogelschwarm hinfliegt zum Beispiel oder wie sich ein Schwarm kleiner Fische durch kreiselnde Bewegungen als »Ganzes« gegen größere Fressfeinde schützt. Auch Bienen oder Ameisen vollbringen im Team Gigantisches. Wie üblich versucht der Mensch die Natur auch hier nachzuahmen. Man muss als Hersteller nur viele smarte Geräte verkauft haben, die irgendetwas messen können. Smartphones zum Beispiel oder Autos, die aufgrund ihrer enormen Verbreitung »Schwarmwissen« liefern können. Ich habe mal gehört, dass ein Automobilhersteller angeblich die (anonymen) Daten der weiterlesen

Wo liegt eigentlich dieses Mexiko?

Bei Google Maps kann man den neuen Namen schon sehen. Bei Microsofts Bing noch nicht und auch in der Apple Karten-App heißt der »Golf von Mexiko« noch »Golf von Mexiko« (Stand 11. Februar 2025). Google ist der Order des amerikanischen Präsidenten Trump also bereits gefolgt und hat den »Golf« schonmal umbenannt. Von »von Mexiko« zu »von Amerika«. Wer jetzt bei Google Maps auf die Landkarte schaut, kann das nachlesen: »Gulf of America« heißt es da. Schaut man mit der deutschen Version von Google Maps nach, dann steht da zumindest noch beides: »Golf von Mexiko (Golf von Amerika)«. Tatsächlich ist es weiterlesen

Schweine im Weltall

Im Jahr 2021 lieferten sich drei Milliardäre ein Wettrennen: Jeff Bezos von Amazon, Richard Branson von Virgin und Elon Musk, der Boss von Tesla, StarLink und SpaceX, der heute ja eher als Radikaler und Handlanger Donald Trumps von sich reden macht. Jeder von den Dreien wollte zuerst mit seinem eigenen Raumschiff ins Weltall fliegen. Branson schaffte 86km Höhe, Bezos 106km und Musk … tja, der transportiert ja nun schon länger Astronauten, Essensvorräte und wissenschaftliche Geräte zur ISS – mit seiner eigenen Rakete. Ein großes Problem bei Raketen ist das Gewichtsverhältnis von Struktur und Treibstoff gegenüber der Nutzlast. Um die Erdanziehungskraft weiterlesen

Ich war’s nicht, das sieht man doch

Wir haben sie alle gesehen. Die Fotos vom Papst im schicken Balenciaga-Daunenmantel mit Goldkettchen. Oder Donald Trump, der im orangenen Häftlingsanzug im Knast sitzt und ein Buch liest. Beide Bilder sind Fake, mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) erstellt. Ich habe im vergangenen Juni schon darüber geschrieben. Seitdem haben wir auch viele Fake Videos gesehen, die durch KI-Programme erzeugt wurden. Insbesondere die, in denen Politiker vermeintlich irgendetwas sagen, was sie nie sagen würden, sind extrem problematisch. Sie können unentschlossene Wähler, die die angeblichen Nachrichten nicht hinterfragen, radikalisieren. „Ich hab’s doch gesehen, es gab sogar einen Videobeweis!“ Schlimm. Doch nun ist etwas weiterlesen

Note 1 mit Stern

In meiner Schulzeit habe ich so einige Straftaten begangen, die heute durchaus für eine Gefängnisstrafe gereicht hätten. Und keine Sorge, ich bin so ungefährlich, wie Sie mich kennen. Ich sagte ja auch, die HEUTE für eine Gefängnisstrafe gereicht HÄTTEN. Früher nicht, da gab es nämlich noch keinen Hackerparagrafen. Meine Schule in München hatte Ende der 80er Jahre ein erstes Computersystem, das ein Lehrer betreute und (sofern ich mich erinnere) auch selbst entwickelt hat. In ihm wurden die Namen der Schüler und auch die Noten gespeichert. Damals gab es noch keine Sicherungsvorkehrungen wie Firewalls oder gute Passwörter. Wenn man bis drei weiterlesen

Ein Brotkasten bei den Teigwaren

In den 1980er Jahren boomten Heimcomputer. Die hatten so sympathisch klingende Namen wie Sinclair Spectrum, Amstrad CPC, Robotron 1715 oder KC compact. Weltweit erfolgreich waren Amiga, Atari ST und vor allen Dingen natürlich der C64. Auf ihm daddelte auch ich stundenlang so Spiele wie Zak McKracken, The Great Giana Sisters oder Boulder Dash. Bestimmt ein halbes Dutzend Joysticks überlebten meine vielen Sprints in den grandiosen »Summer Games« nicht. Auf meiner Handfläche mussten deshalb hin und wieder Brandblasen heilen. Der gute alte C64 war klobig, aber auch robust. Es gibt heute noch einige Retro-Gamer und Sammler, die ihren C64 regelmäßig nutzen. weiterlesen

Kreisverkehr

Heute geht es um Kreise. Allerdings nicht mit Radius und Pi, sondern mit Verkehr, Fake-News und fehlender Empathie von Künstlicher Intelligenz. Der erste Kreisverkehr der Welt wurde im Jahr 1899 in Görlitz gebaut, gefolgt von New York (1904) und Paris (1907). Der berühmteste Kreisel dürfte der in Paris sein, der um den Arc de Triomphe führt. Zwölf Hauptverkehrsstraßen münden in ihm, er ist acht Spuren breit, hat zu allem Überfluss aber gar keine Fahrbahnmarkierungen. Ganz sicher schwindelig wird einem im Kreisverkehr in Swindon (England). Dort ist ein großer Kreisverkehr umgeben von fünf kleinen Kreiseln. Das bedeutet, dass man immer mal weiterlesen